27. Ausstellung: Geheimnis der Materie: Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff

Bettina Jäger, M.A.

„Was groß ist am Menschen, das ist, dass er eine Brücke und kein Zweck ist […]“ – Friedrich Nietzsche macht die Brücke zum vielschichtigen Symbol für den Übergang, für den Mut neue Wege zu gehen. Er wird mit seiner nicht unumstrittenen Schrift „Also sprach Zarathustra“ zum Impulsgeber einer Gruppe von jungen Künstlern, die einen radikalen Bruch mit dem wilhelminischen Akademismus, bornierter Bürgerlichkeit und überkommener Moralvorstellungen herbeiführen.
Es ist der deutsche Aufbruch in die Moderne. Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Erich Heckel (1883-1970) und Karl Schmidt-Rottluff (1884- 1976) schließen sich 1905 in Dresden zu der Künstlervereinigung „Brücke“ zusammen. Neben einer von Vincent van Gogh beeinflussten Farbpalette und Motivik wird Holz zu einem ihrer wichtigsten künstlerischen Ausdrucksmittel. Seine unterschiedliche Materialität fordert die Künstler heraus, sie bearbeiten es aber nicht nur bildhauerisch, sondern verarbeiten es auch zu Druckstöcken: Sie bedienen sich eines der ältesten grafischen Druckverfahren schlechthin und machen es zu dem Experimentierfeld des deutschen Expressionismus.
Den besonderen Umgang der Künstler mit dem Material und der Technik thematisiert die Ausstellung anhand von rund 90 Holzschnitten, fünf Druckstöcken und einer Reihe von Skulpturen. Der Großteil der Werke stammt aus dem eigenen Bestand des Städel Museums, der Sammlung des Frankfurter Mäzens Carl Hagemann.


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Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) Kämpfe, aus: Peter Schlemihl von Adelbert von Chamisso, 1915 © Städel Museum – ARTOTHEK
13,- Mitglieder (18,- Nichtmitglieder) zzgl.Eintritt
Do., 29. August 2019
18.00 – 19.00
Foyer Städel, Schaumainkai 63; Frankfurt
max. 25
Um lange Wartezeiten an der Kasse zu vermeiden, bitte die Eintrittskarten vorab kaufen (www.staedelmuseum.de) Wir treffen uns 30 Min. vor Beginn der Führung, bitte fragen Sie an der Kasse, wo sich Gruppen für die Sonderausstellung treffen.
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